Chillen statt killen

Folge 6: Chemiker der RWTH bringen das klimaschädliche Treibhausgas CO2 in Matratzen unter.

Als „Klimakiller“ hat CO2 einen denkbar schlechten Ruf. Weltweit prüfen deshalb Forscher, ob die Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff nicht produktiv genutzt werden kann, statt sie in die Erdatmosphäre zu pusten.

Wissenschaftler des RWTH-Lehrstuhls für Technische Chemie und Petrolchemie und des Unternehmens Covestro sind fündig geworden: Sie haben ein Verfahren entwickelt, CO2 als Rohstoff in Polyurethan-Kunststoffe einzubauen, aus denen zum Beispiel Matratzen und Polstermöbel entstehen. Seit Sommer 2016 wendet Covestro am Produktionsstandort Dormagen die neue Methode im industriellen Maßstab an.

Jahrzehnte hatten Chemiker nach dem entscheidenden Kniff für eine solche Anwendung gesucht. Der Schlüssel war ein revolutionärer Katalysator, der es möglich macht, die CO2-Moleküle direkt in die chemische Kette des Schaumstoff-Vorprodukts einzubauen. Eine umfassende Lebenszyklenanalyse am Lehrstuhl für Technische Thermodynamik der RWTH belegt, dass so die Kohlenstoffbilanz der Herstellung des Materials um bis zu 20 Prozent verbessert wird. Das neue Verfahren, so hoffen die Verantwortlichen, kann so längerfristig dazu beitragen, in eine nachhaltige Kohlenstoffkreislaufwirtschaft einzusteigen.

Wer hat’s erfunden? Wissenschaftler des RWTH-Lehrstuhls für Technische Chemie und Petrolchemie und des Unternehmens Covestro.

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