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Vortrag
Sa, 12.06. um 12.00 Uhr

Globale Armut, politische Moral

Die ökonomische Globalisierung der letzten 40 Jahre geht mit vielen schweren Ungerechtigkeiten einher. Insbesondere gibt es weiterhin eine sehr große und nur langsam abnehmende absolute Armut. Zugleich nimmt die relative Armut weltweit zu, nicht nur im globalen Norden, sondern auch in Ländern wie Brasilien, China und Indien. Noch immer existiert kein hinreichend funktionales globales Rechtssystem, das dabei helfen könnte, diese Ungerechtigkeiten auf verbindliche Weise zu beheben. Die Lage ist sogar noch problematischer, denn es hat sich auch (noch) keine globale Moral zur Adressierung dieser Lücke durchgesetzt. Im Gegenteil scheinen sich verschiedene Länder und Kulturkreise sogar wieder weiter voneinander zu entfernen und zunehmend unversöhnlich gegenüber zu stehen. Zwar könnten die Menschenrechte zur Grundlage einer global verbindlichen Moral werden. Aber dafür müssen sie als politische Moral gedacht werden, die auf einer echten Sorge und Verantwortung für globale Armut beruht. Nur dann haben sie eine Chance, weltweit Akzeptanz zu finden. Nur dann lassen sich diejenigen Strukturen schaffen, die für eine nachhaltige Bekämpfung globaler Armut notwendig sind. 

Prof. Christian Neuhäuser referiert heute online in der Philosophischen Matinee zu „Ökonomische Globalisierung, globale Armut und politische Moral“

Seit 2014 ist Christian Neuhäuser Professor für Philosophie und Geschäftsführender Direktor am Institut für Philosophie und Politikwissenschaft an der TU Dortmund. Seine Forschungsschwerpunkte sind Theorien der Würde, der Verantwortung und des Eigentums. Er arbeitet zu Fragen der Wirtschaftsethik und der Philosophie der Internationalen Beziehungen, hier vor allem zu Fragen der globalen Wirtschaftsordnung.

Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich und alle Beiträge können im Anschluss dauerhaft unter der Rubrik „Nachhören“ unter www.logoi.de abgerufen werden.

Veranstalter: Das Philosophische Institut sowie das Institut für Politische Wissenschaft der RWTH, das Eine Welt Forum Aachen, LOGOI Institut für Philosophie und Diskurs und Amnesty International Aachen beleuchten seit 2013 mit dem Gemeinschaftsprojekt „Philosophische Matinee“ globale Themen wie Vertreibung, Folter, Menschenrechte und Verteilungsungerechtigkeit aus philosophischer Sicht.

 

Samstag, 12. Juni 2021
12.00 Uhr
LOGOI – Institut für Philosophie und Diskurs
Jakobstraße 25a, 52064 Aachen