Aus für Streetscooter

Das Unmögliche versuchen und es dann irgendwie schaffen – das Ziel eines jeden Tüftlers. Wie ein Aachener Traum erst Wirklichkeit wurde und nun doch zerplatzte.

Der elektromobile Automarkt wurde vor zehn Jahren endgültig revolutioniert: 2010 haben Prof. Achim Kampker und Prof. Günther Schuh auf dem RWTH-Aachen-Campus den StreetScooter erfunden. Sie wollten nicht länger warten und die Entwicklung erschwinglicher, elektromobiler Fahrzeuge vorantreiben. So erfanden sie ein elektrisches Fahrzeug für die Brief- und Paketzustellung, das wesentlich weniger CO² ausstößt, als seine bisher eingesetzten Konkurrenten. Zusätzlich arbeitet das Fahrzeug mit einem nachhaltigkeitsorientierten Produktionssystem, das Überkapazitäten und Überproduktion, also das Kernproblem heutiger Automobilproduktion, radikal zu minimieren.

Und weil der Benefit im Vergleich zu führenden Automobilherstellern so gut war, hat die Deutschen Post DHL Streetscooter im Jahr 2014 direkt gekauft.

Nicht mehr wirtschaftlich

Was einst als Erfolgsgeschichte von Post-Chef Franz Appel angekündigt wurde, revidiert er dieser Tage vor dem Hintergrund der „aktuellen weltwirtschaftlichen Unsicherheiten“. Die Deutsche Post will aus wirtschaftlichen Gründen die Produktion der Elektrofahrzeuge noch 2020 einstellen und auch keine neuen Bestellungen mehr tätigen. Der Versuch, die Streetscooter-Sparte mit derzeit rund 12.000 elektrisch betriebenen Fahrzeugen zu verkaufen, scheitert.

Die Post wolle kein genuiner Autohersteller werden – doch ohne gute Verkaufsangebote wollte sie verständlicherweise auch nicht verkaufen. Ganz nebenbei ist die Konkurrenz auf dem elektrobetriebenen Automobilmarkt seit 2014 enorm gestiegen.

Das Ende des Aachener StreetScooters ist ein herber Rückschlag, ja. Aber keine Angst vorm Scheitern: Daraus entwickeln sich ja bekanntlich die besten neuen Ideen. Bleibt mutig, ihr Ingenieur*innen und Tüftler dieser Welt und im Future Lab Aachen! Wir brauchen euren Erfindergeist!

 
04.03.2020