Wellenreiter

Das Einstein-Teleskop ist ein europäischer Gravitationswellendetektor der nächsten Generation, der in der Euregio gebaut werden könnte. Untersuchungen laufen.

Bereits seit einigen Jahren arbeiten Wissenschaftler*innen, auch von der RWTH Aachen, an der Entwicklung des Einstein-Teleskops. Es soll ermöglichen, die Beschaffenheit von Neutronensternen, die Entstehung schwarzer Löcher und die Struktur des Weltalls unmittelbar nach dem Urknall zu erkunden. Mit diesen neuen Erkenntnissen wollen die Physiker*innen die Relativitätstheorie Einsteins genauer überprüfen als je zuvor. Ein möglicher Standort für das unterirdische Observatorium ist das Dreiländereck.

10 x exaktere Messungen

Das Teleskop ist durch seine Konstruktion zu Messungen fähig, die mindestens zehnmal genauer sind, als es mit den heutigen Detektoren möglich wäre. Das erlaubt es, ein tausendfach größeres Areal des Weltalls auf der Suche nach Gravitationswellen abzusuchen und Quellen aufzuspüren, die zu schwach sind, um sie mit den Detektoren der aktuellen Generation erfassen zu können.

Die geologischen Institute der RWTH erkunden den Untergrund, Ingenieure und Physiker der RWTH entwickeln gemeinsam Technologien, wie neuartige Vakuumröhren oder Aktuatoren und Sensoren für die Justierung der Spiegel.

Weltweit wird es in den kommenden Jahrzehnten nur zwei Gravitationswellenobservatorien der nächsten Generation geben: den Cosmic Explorer n den USA und das Einstein-Teleskop in Europa. Der NRW-Landtag hat nun eine wichtige Grundlage für eine mögliche Realisierung im Dreiländereck geschaffen. Als weiterer europäischer Standort kommt Sardinien in Frage.

Hintergrund:

Mit der ersten Messung von Gravitationswellen hat 2015 das Zeitalter der Gravitationswellenastronomie begonnen. Deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren an der 2017 mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichneten Gravitationswellenforschung von Anfang an federführend beteiligt. Hier ist insbesondere das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut, AEI) zu nennen, mit dem die RWTH eng zusammenarbeitet.

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13.11.2020